Pathologische Untersuchungen

Pathologische Untersuchungen finden wie in der Humanmedizin auch in der Vogel- und Reptilienmedizin zur Ermittlung der Todesursache eines Einzeltieres Anwendung. Häufig werden sie ebenfalls zur Abklärung von plötzlich auftretenden Bestandserkrankungen mit erhöhten Tierverlusten durchgeführt. 

Im Rahmen der Sektion der Tierleiche wird neben der pathologisch-anatomischen Untersuchung der Organe routinemäßig eine Untersuchung auf Parasitenstadien sowie eine Untersuchung auf Bakterien und Pilze durchgeführt. Von jedem Organ wird eine Probe für eine eventuelle Untersuchung auf Viren oder Giftstoffe zunächst eingefroren, so dass bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt eine entsprechende Untersuchung eingeleitet werden kann.

Weiterhin sind neben diesen Analysen die zytologische und pathologisch-histologische Untersuchung in der Klinik für Vögel und Reptilien etabliert.

Bei der zytologischen Untersuchung werden Organabklatschproben mit einem Mikroskop begutachtet. Aufgrund der Beurteilung der Zellen ist es möglich, innerhalb  kürzester Zeit pathogene Krankheitserreger, wie z.B. Mykobakterien (Tuberkulose-Erreger), Blutparasiten oder Pilze zu erkennen.

Bei der pathologisch-histologischen Untersuchung erfolgt eine mikroskopische Beurteilung von angefärbten Organteilen im Gewebeverband. Dies dient einer Bestätigung der in der pathologisch-anatomischen Untersuchung erhobenen Befunde und erlaubt eine Differenzierung von Tumoren oder viralen Krankheitsursachen.

Sowohl die zytologische als auch die pathologisch-histologische Untersuchung ist auch am lebenden Tier sinnvoll einsetzbar. So kann z.B. die Diagnose der Neuropathischen Drüsenmagenerweiterung (PDD) – einer bedrohlichen tödlichen Erkrankung von Papageien auschließlich pathologisch-histologisch mittels Gewebeproben aus dem Kropf am lebenden Tier bzw. durch Untersuchung des Drüsen- und Muskelmagens am verendeten Papagei erfolgen.

Darüber hinaus können ebenfalls Bioptate tumoröser Veränderungen, der Haut bei Vögeln mit Rupfersymptomatik oder chronischen Hautentzündungen bei Reptilien, der Leber bei Hepathopathien, der Lunge und des Luftsackes bei vorliegenden Granulomen oder der Niere bei Nephropathien, zytologisch als auch pathologisch-histologisch untersucht werden.

Beispielsweise ist es möglich, durch eine Luftsackbiopsie das Vorliegen einer granulomatösen Luftsackentzündung zu bestätigen und zu differenzieren, welche sowohl bei einer Pilzerkrankung als auch bei einer Tuberkulose nachzuweisen ist. Die Untersuchung einer Gewebeprobe von der Niere kann degenerative Erkrankungen, z.B. Amyloidose, Glomerulosklerose aufdecken, welche durch andere Methoden nicht diagnostizierbar sind.
Bei Reptilien ist insbesondere die Leberbiopsie zum Nachweis der Inclusion Body Disease zu nennen, welche bei den Würgeschlangen ein
e verlustreiche Erkrankung darstellt. Bei Beos und Tukanen stellt die Untersuchung eines Leberbioptates das Mittel der Wahl dar, um die Eisenspeicherkrankheit diagnostizieren zu können.

Neben diesen Möglichkeiten zur Erkennung von Krankheiten ist die pathologisch-histologische sowie die zytologische Untersuchung eine Möglichkeit bei verminderter oder fehlender Zuchtleistung, Ursachen beim männlichen Tier durch die Untersuchung eines Hodenbioptats zu erkennen.

Sämtliche Befunde werden direkt bei der mikroskopischen Untersuchung fotografisch digital dokumentiert. So ist eine intensive Besprechung sowohl mit den Tierhaltern als auch mit überweisenden Tierärzten und Wissenschaftlern möglich. Letzteres   wird insbesondere auf Tagungen und Weiterbildungskursen regelmäßig und mit Begeisterung genutzt. 

 

Einsendung von Probenmaterial

Bitte fügen Sie jeder Einsendung einen Vorbericht bei, da dieser sehr hilfreich bei der Diskussion der Befunde ist und zeitnah zielgerichtet histochemische Färbungen zur weiteren Ursachenabklärung eingeleitet werden können. Gerne können Sie den von uns bereitgestellten Untersuchungsantrag bzw. Einsendungsformular unten auf dieser Seite nutzen.

Einsendungen von außerhalb der Europäischen Union: bitte beachten Sie die Einfuhrbestimmungen, da die Sendung sonst beim Zoll aufgehalten wird. Beachten Sie ansonsten generell die Transportbestimmungen Ihres Transportdienstleisters.

Der Vorbericht sollte anamnestische Daten (Haltung, Fütterung, im zeitlichen Zusammenhang stehende Veränderungen), die klinische Symptomatik, den Krankheitsverlauf, bereits angewendete Medikamente sowie sonstige Befunde (z.B. bildgebende Untersuchung, Labordiagnostik) enthalten. Sinnvoll ist es mitzuteilen, ob es sich um ein Einzeltier- oder Bestandsproblem handelt.

Beim postalischen Versand ist strengstens auf eine adäquate Verpackung zu achten, damit das Untersuchunsmaterial oder der Tierkörper beim Transport nicht beschädigt wird. Je nach Witterungsbedingungen oder dem Zeitpunkt des Versandes ist eine Kühlung notwendig. Sollten Sie hierzu Fragen haben, können Sie sich sehr gern im Vorfeld an uns wenden (Tel.: 0341 9738405).  

Bei gekennzeichneten Tieren muss die Kennzeichnung am Tier verbleiben, so dass eine eindeutige Zuordnung des Tierkörpers möglich ist.

Nach Abschluss aller notwendigen Untersuchungen erhalten Sie von uns schriftlich eine Befundmittelung, in der auch die individuelle Tierkennzeichnung dokumentiert ist, sodass Sie der zuständigen Behörde das Verenden Ihres Tieres mitteilen können. Bitte teilen Sie uns in Ihrem Untersuchungsantrag mit, ob Sie das Befundschreiben per Post, Fax oder als Email zugesandt bekommen möchten. Darüber hinaus ist es für eventuelle Rückfragen sinnvoll, wenn Sie eine Telefonnummer oder eine Email-Adresse angeben.

Bei Fragen oder Anregungen können Sie sich gern unter 0341 9738405 an uns wenden.

 

 

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